Krankenversicherung in Deutschland: Ein Guide für Expats

Veröffentlicht am 16. April 2026

Deutschland hat eines der besten Krankenversicherungssysteme der Welt. Für Expats, die neu ins Land kommen, ist es aber auch eines der undurchsichtigsten.…

Deutschland hat eines der besten Krankenversicherungssysteme der Welt. Für Expats, die neu ins Land kommen, ist es aber auch eines der undurchsichtigsten. Gesetzlich oder privat? Was zahlt der Arbeitgeber? Was kostet es im Monat? Was ist bei Vorerkrankungen zu beachten? Dieser Guide beantwortet die wichtigsten Fragen.

Das deutsche Krankenversicherungssystem im Überblick

In Deutschland gibt es zwei Säulen der Krankenversicherung: die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV). Beide decken die medizinische Grundversorgung ab, unterscheiden sich aber erheblich in Beiträgen, Leistungen und Zugangsvoraussetzungen.

Wer in Deutschland arbeitet und ein Gehalt unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2024: 69.300 Euro brutto) verdient, ist pflichtversichert in der GKV. Der Beitrag beträgt rund 14 bis 15,5 Prozent des Bruttogehalts, der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte. Wer mehr verdient, kann sich privat versichern oder in der GKV bleiben.

Gesetzliche KV (GKV)

Private KV (PKV)

Beitragsbasis

Prozent vom Gehalt

Risikobeitrag (Alter, Gesundheit)

Arbeitgeberbeteiligung

Ja, 50 Prozent

Ja, bis zur Hälfte des GKV-Beitrags

Familienversicherung

Kinder und Partner gratis

Jede Person extra

Leistungen

Standardversorgung

Oft umfangreicher

Zugang

Pflicht unter Einkommensgrenze

Nur ab Einkommensgrenze oder Selbstständige

Welche Option passt für Expats?

Für die meisten Expats, die in Deutschland angestellt arbeiten, ist die Frage schnell beantwortet: Wer unter der Einkommensgrenze liegt, ist automatisch GKV-pflichtig. Der Arbeitgeber meldet den Mitarbeiter an, man wählt eine Krankenkasse und der Beitrag wird direkt vom Gehalt abgezogen. Kein großer Aufwand.

Wer über der Grenze liegt oder selbstständig ist, hat die Wahl. Die GKV ist für Familien mit Kindern oft günstiger, weil Kinder und nicht berufstätige Partner beitragsfrei mitversichert sind. Die PKV kann für junge, gesunde Einzelpersonen mit hohem Einkommen günstiger sein, hat aber einen wichtigen Nachteil: Der Wechsel zurück in die GKV ist im Alter schwierig und teuer.

Was tun vor dem ersten Arbeitstag?

Wer noch keinen deutschen Arbeitsvertrag hat oder zwischen zwei Jobs ist, braucht eine Übergangslösung. Möglichkeiten: Eine freiwillige GKV-Mitgliedschaft, eine private Auslandskrankenversicherung, die vorübergehend gilt, oder eine private Kurzzeitversicherung für die Übergangsphase. Ohne Krankenversicherung in Deutschland zu sein, ist rechtlich nicht erlaubt und kann teuer werden.

Welche Krankenkasse wählen?

In der GKV gibt es viele Krankenkassen. Die Leistungen sind gesetzlich weitgehend standardisiert, aber es gibt Unterschiede bei Zusatzleistungen, Kundenservice und internationalen Angeboten. Für Expats interessante Aspekte: Gibt es englischsprachigen Kundenservice? Werden Leistungen im Ausland erstattet? Gibt es digitale Krankmeldungen?

Bekannte Optionen mit guten englischsprachigen Angeboten sind unter anderem TK (Techniker Krankenkasse), Barmer und DAK. Es lohnt sich, die Angebote zu vergleichen.

Fazit

Das deutsche Krankenversicherungssystem ist komplex, aber für die meisten angestellten Expats gut geregelt. Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte, die GKV ist solid. Wer noch auf der Suche nach einer Unterkunft für den Start ist: Möblierte Wohnungen in Berlin sind ohne SCHUFA buchbar und ideal für den Anfang.

Häufig gestellte Fragen

1. Bin ich als Expat in Deutschland krankenversicherungspflichtig?

Ja, in Deutschland besteht Versicherungspflicht. Wer angestellt arbeitet und unter der Einkommensgrenze liegt, ist automatisch gesetzlich pflichtversichert. Alle anderen müssen sich selbst versichern.

2. Was kostet die Krankenversicherung in Deutschland?

In der GKV beträgt der Beitragssatz rund 14 bis 15,5 Prozent des Bruttogehalts. Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte. Effektiv zahlt man als Angestellter also rund 7 bis 8 Prozent des Bruttogehalts.

3. Kann ich meine Familie in der deutschen Krankenversicherung mitversichern?

In der GKV können Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert werden. In der PKV zahlt jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag.

4. Was tun, wenn ich noch keinen Job habe?

Eine private Auslandskrankenversicherung oder eine freiwillige GKV-Mitgliedschaft überbrückt die Zeit bis zum ersten Arbeitstag.

5. Welche Krankenkasse empfiehlt sich für Expats?

TK, Barmer und DAK haben gute englischsprachige Angebote. Am besten direkt vergleichen und auf internationalen Kundenservice und digitale Leistungen achten.


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